Raupen

Einen Tag die Heimat erleben

Die Ortsgemeinde hat die Sechstklässler zu einem Informationstag eingeladen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren Interessantes über die Rheintal Forst AG, das Wasserreservoir, Jagdgebiet und Waldtiere.
Der Informationstag ermögliche den Schülern, die Natur zu erle­ben und zu erfahren, wie der Wald gepflegt werden müsse, sagt Ortspräsident Albert Weder. Am Morgen fuhren die zwei Schulklassen mit dem Velo zur Rheintal Forst AG in Balgach.
Förster und Betriebsleiter Josef Benz erklärte, welche Aufgaben der Betrieb habe und welche Vo­raussetzungen für seinen Beruf erforderlich sind. Zu seinen Auf­gaben gehöre unter anderem, den Wald zu pflegen (Bäche, Wanderwege,Feuerstellen), Bäu­me zu fällen, die abstarben oder denen der nötige Platz zum Wachsen fehlte.
Lehrling Christian Eisenhut zeig­te, wie ein Baum gefällt wird. Es handelte sich um eine Weisstan­ne, die von den umgebenden Bäumen eingeengt wurde und zudem an einer überbelichteten Stelle wuchs. Er sägte in den Baumstamm, bis ein Fünftel des Durchmessers erreicht war. Mit dem Massstab konnte Christian Eisenhut kontrollieren, wo der Baum hinfiel. Einige Schüler ver­suchten es ebenfalls. Die Tanne wurde gefällt und prallte mit einem derben Knall auf den Bo­den, sodass den Schülern der Mund vor Staunen offenblieb. Der Förster Josef Benz versuchte den Schülern zu verinnerlichen, welchen Wert der Wald für das Umfeld und das Individuum hat. Der nährreiche Boden gebe einen grossen Wasserspeicher ab und das Holz einen wertvollen Roh­stoff für die Schnitzelheizung. Zudem könnten sich Körper und Geist an der frischen Luft wun­derbar erholen.
Mit Wasserwart Urs Hutter besuchten die Schüler das Wasserreservoir Kapf. Etwa 70 Prozent unseres Trinkwassers kommt aus dem Grundw asser, das dort gespeichert wird, sag­te er. Der Rest aus dem Quell­wasser.
Von Jäger Rico Roncoroni lern­ten die Schüler Waldtiere und ihre Ess-­ und Jagdgewohnheiten kennen. Unter anderem über­raschte es, dass es dem flinken Hermelin gelingt, trotz seiner Grösse, Mäuse und grössere Tie­re zu jagen. Pro Jahr werden etwa zehn Rehegeschossen ,sagte der Jäger – fünf Rehe und fünf Rehböcke. Grund dafür sei, dass die Tiere die Knospen der jungen Bäume fressen, wodurch die Bäume nicht gedeihen können. Zur Jagd gehören auch die Jagdmittel: Rico Roncoroni zeigte seine Gewehre und wie sie korrekt gehalten wer­den. Die Schüler durften sie selbst in die Hand nehmen und versuchten, zu zielen. Natürlich waren diese ungeladen.

"Der Rheintaler", Carmen Kaufmann, 15.5.2018