Raupen

Schlussfeier "Schildbürger"

Einen fantasiereichen Schulabschluss feierte die Primarschule in der voll besetzten Mehrzweckhalle Riet. 139 Kinder führten das Musical «D’ Schildbürger» auf. Und begeisterten mit Witz und Ideenreichtum.
Schulleiter Christof Bicker von der Primarschule Balgach begrüsste in der bis auf den letzten Platz besetzten Mehrzweckhalle Riet das Publikum zur Aufführung des Musicals «D’ Schildbürger» von Herbert Marberger und Markus Hottiger. Eine farbenfrohe, fantasiereiche Nummernrevue, in der 139 Kinder aus insgesamt acht Klassen und Kindergartengruppen ihr gesangliches, tänzerisches und schauspielerisches Talent zeigen konnten.

Unter der Gesamtleitung von Reni Wango und der musikalischen Leitung von Deborah Kaiser war mit den Klassenlehrern schon seit langem gesungen und geprobt worden. Zuletzt hatte man im Rahmen der Projekttage auf der Bühne in der MZH den Feinschliff für die Aufführung erworben. Die farbenfrohen, liebevoll selbst gefertigten Kulissen, die detailreich und fantasievoll gefertigten Kostüme und die vielen fröhlichen Darsteller nahmen die Zuschauer mit in ein beschauliches Städtchen namens Schilda. Ein Ort, von dem zwar keiner so genau weiss, wo er lag, doch die Dummheit von dort sei auch heute gar nicht so weit weg.

Dennoch war Schilda zunächst bekannt für seine besonders gescheiten Bürger, die als Ratgeber in alle Welt geholt wurden. Die Frauen von Schilda hatten es bald satt und forderten ihre Göttergatten mit Briefen auf, zurückzukommen. Was diese auch taten. Um nicht mehr als gescheite Berater engagiert zu werden, wollten sie künftig nicht mehr klug, sondern dumm sein. So bauten sie ein Rathaus ohne Fenster und wollten das Licht in Eimern oder Säcken in die Dunkelheit transportieren. Die Kirchenglocke wurde zum Schutz vor Dieben im See versenkt und das Versteck mit einem Kreuz am eigenen Boot markiert. Als das Salz zur Neige ging, säten sie das restliche Salz auf dem Gemeindeacker aus, in der Hoffnung, Salzblumen ernten zu können. Schliesslich wurde Schilda von einer grossen Mäuseplage befallen. Die Bürger kannten keine Katzen und liessen sich von einem Betrüger eine ebensolche für viel Geld als «Maushund» andrehen. Was zu wenig gegen die Mäuseplage war, weshalb die Leute von Schilda in alle Welt auswanderten. Deshalb ist Schilda heute überall. Dummheit und Einfalt sind unbesiegbar.

Mitreissend die Lust der Kinder an Spiel und Gesang, herzig die kleinen Erzähler, die den Bogen der Geschichte spannten. Die kleinen Balgacher sangen mit Hingabe, wippten dabei hin und her, tanzten fröhlich, zeigten sich als Bauern, Nachtwächter, Bäcker oder Pfarrer begriffsstutzig, dumm und bauernschlau und bewiesen sich als selbstbewusste Kleindarsteller. Deren Auftritt vom Publikum natürlich mit viel Applaus honoriert wurde.

Gerhard Huber, "Der Rheintaler, 1. Juli 2017