Raupen

Schulstunden im Feld und Wald

Gestern waren die Balgacher Sechstklässler von Felix Meier und Paul Quan Gäste der Ortsgemeinde. Zusammen mit Elvira Metzger und Albert Weder besuchten sie am Morgen den Wald und am Nachmittag zwei Siedlungshöfe im Riet.
Die Einladung der Sechstklässler hat bei der Ortsgemeinde Tradition. Jedes Jahr zeigt ihnen der Ortsverwaltungsrat, was die Ortsgemeinde besitzt und wie viel sie in Wald und Feld für die Allgemeinheit leistet. Die Schülerinnen und Schüler geniessen den «schulfreien» Tag, das feine Mittagessen im Tratthof und lernen bei dieser Gelegenheit viel Neues kennen.
Von der Ortsverwaltung führten Präsident Albert Weder und Vizepräsidentin Elvira Metzler die Schülerinnen und Schüler. Als Fachleute referierten Revierförster Josef Benz, Wasserwart Urs Hutter und Jäger Rico Roncoroni.

Viel Arbeit im Wald

Josef Benz führte die Schüler auf einem Rundgang durch den Wald in die Grundlagen der Waldbewirtschaftung ein. Er betonte dabei die Nachhaltigkeit der Waldnutzung durch die Ortsgemeinde: «Es wird immer nur so viel Holz geschlagen, wie pro Jahr natürlich nachwächst.»
Damit die jungen Bäume gross und stark werden können, müssen sie genügend Platz haben. Wenn es zu eng wird, schlagen die Forstwarte zu dicht stehende Jungbäume heraus. Ebenfalls ein Thema war die Instandhaltung der Waldwege und Strassen. «Dies dient vor allem den Bikern, Reitern und Wanderern und ist eine kostenlose Dienstleistung der Waldbesitzer an die Öffentlichkeit.»

Wasserfassung

Dass Wald ein wichtiger Wasserspeicher ist und den hier lebenden Menschen qualitativ hochwertiges Wasser liefert, erfuhren die Schülerinnen und Schüler beim Besuch des Reservoirs Kapf. Es fasst 400 m3 Trinkwasser und 200 m3 Löschwasser. Gespiesen wird es von den Quellen Lehmen und Nonnenbommert sowie vom Pumpwerk Boden, das Grundwasser aus der Rheinebene einspeist.

Jagd ist sinnvoll

Einen grossen Eindruck machte den Schülern der Arbeitsposten «Jagd». Vor allem der Gemütliche Jagdhund «Rambo», der seinerseits die vielen Streicheleinheiten genoss.
Rico Roncoroni erklärte, wie wichtig die Jagd für einen gesunden Tierbestand und das biologische Gleichgewicht im Wald ist. Daneben interessierten sich die Schüler aber auch für die vorgestellten Tiere wie Hase, Dachs, Reh und Fuchs, Marder, Iltis oder Eichhörnchen. Auch die Vogelwelt wurde mit einigen wichtigen Vertretern den Schülerinnen und Schülern vorgestellt.

Von der Arbeit auf dem Hof

Nach dem offerierten Mittagessen stellte Tratthirt Jakob Ritz den Tratthof als Sömmerungs-Institution, gleichsam als «tiefst liegende Alp der Schweiz», vor.
Die grossen Landbesitze der Ortsgemeinde im Riet sind alle verpachtet. Nicht weniger als 14 Familien leben und arbeiten auf den Böden der Ortsgemeinde. Zwei davon hatten die Schüler am Nachmittag Gelegenheit, kennenzulernen. Jakob Ritz vom Eichhof berichtete dabei vor allem über die Mutterkuhhaltung. Nicole Ritz vom Wiesenhof führte in die Milchwirtschaft ein und zeigte den Melk-Roboter.

Max Pflüger, "Der Rheintaler", 10. Mai 2016