Raupen

Treetalk - Wenn Bäume zauberhaft klingen

Am Donnerstag dem 20. November hatten die Kinder des Kindergartens und der Primarschule das Vergnügen "Bäume zum Reden zu bringen".
Mit voller Begeisterung probierten die Kindergärtler die einzigartigen Bauminstrumente aus.
Gespannt lauschten gestern in der Turnhalle Dorf als Erstes die Kindergärtler der Geschichte von «Treetalks», der unendlichen und beinahe unglaublichen Erfolgsgeschichte von Oliver Lüttin und den Bäumen in seiner Umgebung. Der spezielle Musiker hatte sein Programm perfekt auf die Altersstufe angepasst und erzählte in einfacher Form und anschaulicher Weise nicht nur wie er zum Instrumentenbau und der Musik gekommen ist, sondern auch, wie und woraus die ungewöhnlichen Instrumente gefertigt wurden. Als Höhepunkt des kulturellen Anlasses durften die kleinen Workshopteilnehmer am Schluss alle Bauminstrumente selbst zum Klingen bringen.

Durch einen hohlen Baum inspiriert
Alles begann mit dem Besuch bei seinem Cousin in  Australien. Dort kam der gelernte Maurer zum ersten Mal mit einem Didgeridoo (altes, hölzernes Instrument der Ureinwohner Australiens) in Kontakt. Fasziniert von der Einfachheit und Klangschönheit dieses kleinen, von Termiten ausgehöhlten Baumstammes, brachte er sich selbst dessen Bedienung bei und liess sich für weitere

Tätigkeiten inspirieren.
Wieder in der Schweiz, dauerte  es nicht lange und er begann selbst, aus Bäumen der Ostschweiz Instrumente zu bauen. Unterdessen hat er sich eine eigene Klangarena an seinem Wohnort Degersheim gebaut, veranstaltet jährlich ein Mammutfestival und bietet zahlreiche Workshops an.
«Die wirklich grossen Sachen werden aber erst noch kommen . . .», verriet Oliver Lüttin und deutete dabei verheissungsvoll auf ein Projekt mit einem 28 Tonnen schweren Baum hin.

Kaum noch zu halten
Anhand des Walbaums, seinem ersten  selbstgebauten Instrument, schilderte der Baumkünstler gestern am Workshop, wie aus einem von innen her ausgefaulten Ahornstamm zugleich eine Harfe, ein Bass, zwei Schlitztrommeln und ein Hackbrett entstehen können. Weiter präsentierte Oliver Lüttin den staunenden Kindern das Ballaphon, dessen Instrumentenart ursprünglich aus Afrika stammt, ein mit Kuhfell bespanntes, ausgehöhltes Stammstück namens Sequoiatrommel, und das riesige Bauminstrument Trogabo, welches vier aufeinander abgestimmte und gleichzeitig spielbare Didgeridoos enthält.
Als der unkonventionelle Musiker begann, mit seinen Händen und diversem Hilfswerkzeug den besonderen Holz-instrumenten die zauberhaftesten Töne zu entlocken, waren die Kindergärtler nicht mehr zu halten. Begeistert sprangen sie auf, bewegten sich im Takt der Musik und konnten es kaum erwarten, die einmaligen und für sie vollkommen neuen Instrumente zum Abschluss selbst auszuprobieren.

Text: Heidi Lombardo, Volkszeitung