Raupen

Kinder erforschen das Wasser

Die Kinder der Primarschule Berg erforschten das Leben im Wasser. Zusammen mit Barbara Weigelt von der Wasserschutzorganisation Aqua Viva untersuchten sie in einem nahegelegenen Bach die Tierwelt.
Zu Beginn bekommen die Kinder Becher mit Wasser. Mit allen fünf Sinnen sollen sie das Wasser «erforschen». Durch Hören, Sehen, Fühlen und Riechen kann der Charakter des Wassers noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Erst beim Schmecken wird klar, um welche Art Gewässer es sich handelt. Das Salzwasser wird natürlich sofort wieder ausgespuckt, während wenige Glückliche ihren Holundersirup genüsslich leertrinken.
«Echte Forscher brauchen ein Forscherbuch», sagt Barbara Weigelt, Biologin und Mitarbeiterin von Aqua Viva, schmunzelnd und teilt den Kindern ihr eigenes Wasserforschungsheft aus, in dem sie alle Eindrücke festhalten können. Zuerst gilt es, der Natur zu lauschen und alle Geräusche schriftlich oder als Zeichnung festzuhalten. Neben Kuhglocken und Vögeln fallen auch das Plätschern des Baches, ein Helikopter und das Rauschen der Bäume auf.
Als nächstes findet eine Wassertier-Memory-Stafette statt. Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt, und je einer darf nach vorne rennen und sein Glück beim Memory-Spiel versuchen.

Leben im Wasser erforschen

So viel Bewegung macht hungrig. Nach einer kurzen Znünipause stellt Weigelt den Kindern die Tiere vor, die auf den Memorykarten abgebildet sind. Dazu gehören der Frosch, der Strudelwurm, die Köcherfliegen-, die Steinfliegen- und die Eintagsfliegenlarve sowie der Bachflohkrebs.
In fünf Gruppen mit je vier Kindern dürfen die jungen Wasserforscher – mit Netzen, Bechern und Tellern ausgestattet – endlich ans Werk. Der erste Freudenschrei gilt einem orangefarbenen Frosch, der augenblicklich die Flucht ergreift und in einem trüben Tümpel verschwindet. Bald schon sind alle damit beschäftigt, Wassertierchen zu fangen. Sie werden von den Tellern in die Becherlupen gefüllt und mit erstaunten Gesichtern betrachtet.
Zum Abschluss werden alle gefangenen Tiere besprochen, und die Kinder dürfen einen entsprechenden Sticker in ihr Wasserforschungsheft kleben.
Gefunden wurden ein Frosch, Köcherfliegenlarven, Bachflohkrebse, Strudelwürmer und Eintagsfliegenlarven. Anhand der Tiere, die in den Gewässern leben, kann man die Qualität des Wassers bestimmen. So sind etwa die Köcherfliegenlarve, der Bachflohkrebs und der Strudelwurm in der Wahl ihrer Heimat anspruchsvoller als andere Tierchen. Diese Art der Untersuchung wird Bioindikation genannt und ist im Wesentlichen zuverlässiger als andere.

Gewässerschutz in der Schweiz

Die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva setzt sich landesweit für einen umfassenden Schutz und die Aufwertung von Gewässern, Gewässerlandschaften, Auen, Feuchtgebieten und Moorlandschaften ein. Der Einsatz erfolgt durch Mitarbeit in Projekten, anhand von juristischer und politischer Arbeit sowie im Bildungs- und Erlebnisbereich. Aqua Viva schafft mit dem Umweltbildungsprogramm Möglichkeiten, Wasser in all seinen Facetten zu erleben.
In Balgach hatte Aqua Viva am Donnerstagmorgen bereits den dritten Einsatz, ein vierter folgte gleich am Nachmittag mit einer Klasse der Primarschule Breite.

"Der Rheintaler", 12.9.2015, Valentina Thurnherr