Raupen

Die Erwartungen übertroffen

Das Pilotprojekt Schülerhort in Balgach ist erfolgreich gestartet und schliesst damit eine Lücke im Betreuungsangebot der Gemeinde.
Das traditionelle Familienbild ist im Wandel und das Bedürfnis für ausserfamiliäre Betreuungsangebote zur Vereinbarkeit von Elternsein und Beruf wächst. So wünschten sich auch in Balgach - nebst der erfolgreichen Kinderkrippe - immer mehr Eltern eine Tagesbetreuung für Schülerinnen und Schüler. Ein Ort, an dem die Kinder gut aufgehoben sind und sie sich nicht selbst überlassen sind. Ende letzten Jahres stimmte die Bevölkerung deshalb an der Bürgerversammlung mit einer Mehrheit für einen Schülerhort, welcher nun mit dem Schuljahr 2015/16 in einer Wohnung an der Neudorfstrasse 33a gestartet ist.

Der neu geschaffene Schülerhort ist ein Betrieb der Gemeinde Balgach. Die Primarschule Balgach ist für den operativen Bereich zuständig und eine Fachkommission aus allen Anspruchsgruppen steht ihnen dabei zur Seite. Vor Ort werden die Kinder von der Hortleiterin Corinne Linder (30 Prozent) und Jessica Kuster (100 Prozent) betreut. Eine «Springerin» und vermutlich bald eine Praktikantin, vervollständigen das Kernteam. «Wir sind sehr bemüht, dass eine gute Zusammenarbeit mit Eltern und Schulen besteht», erklärt Hortleiterin Corinne Linder.


Sich wie zu Hause fühlen

Das Angebot des Horts richtet sich an Familien mit Wohnsitz in Balgach, deren Kinder vom ersten Kindergarten bis und mit sechster Klasse von den qualifizierten Mitarbeitenden altersgerecht betreut und in ihrer individuellen Entwicklung begleitet und gefördert werden. Die Betreuung erfolgt in Modulen - am Morgen vor Schulbeginn, über den Mittag, nachmittags nach Schulschluss, an schulfreien Nachmittagen und teilweise während der Schulferien. «Es gibt zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kinder im Hort», erklärt Linder. Wichtig ist dabei, dass die Kinder selbstständig untereinander spielen sollen. «Programm und Animation haben sie bereits genug in der Schule, hier sollen sie sich wie zu Hause fühlen », so die Hortleiterin. Zu dem Betreuungsangebot wird auch der Mittagstisch neu im Hort angeboten. Diesen können auch die OberstufenschülerInnen besuchen. «Wir kochen alles selbst vor Ort und achten auf gesunde und ausgewogene Mahlzeiten», erklärt Linder.

Positive Rückmeldungen

Das Pilotprojekt ist auf viereinhalb Jahren befristet. Sorge, dass es danach nicht weitergeht, machen sich die Verantwortlichen nicht. «Wir haben schon jetzt eine sehr optimistische Auslastung und von den Eltern erhalten wir positive Rückmeldungen und enorme Dankbarkeit über die Schaffung eines solches Angebots», erklärt die Hortleiterin. Gestartet wurde der Hort bewusst klein, um diesen langsam auszubauen. Doch natürlich gibt es bereits einige Wünsche, wie dieser künftig weiterentwickelt werden könnte. «In Zukunft wäre ein Garten für die Kinder zum Rumtollen, eine zentrale Lage und die Nähe zur Kinderkrippe wünschenswert», so Linder. Vorerst freue man sich aber über den geglückten Start und schaut, was die Zukunft bringe.

Martina Macias, "Rheintaler Bote", 19. August 2015