Raupen

Prävention durch Erziehung im Frühstadium

Bei der Primarschule in Balg­ach hat man sich zum Ziel gesetzt, Eltern möglichst früh aufzuzeigen, wie man sein Kind sinnvoll unterstützt.
Mit  Andrea Lanfranchi, Mitautor von «Therapie und Beratung  von Migranten»,  wurde nun ein Mann des  Fachs ins  Kirchgemeindehaus geholt. Lanfranchi, selbst Vater zweier Kinder, referierte zuhörernah über das wichtige frühe Entwicklungsstadium der Kinder. Wichtige Synapsenbildungen im Gehirn, welche diverse Verhaltensstrukturen, zum Beispiel die der Beziehungskompetenz, beeinflussen, sind abhängig von der prägenden Umgebung, in welchem ein Kind nicht nur die ersten Schritte gehen lernt, sondern auch wichtige Charaktereigenschaften bildet.

Wenn man am Gras zieht...

Auf die Kinder bezogen, wurde vom Referenten ein Beispiel aus seinem Bekanntenkreis aufgezeigt. Ein Vater, Manager einer Bank, liess seine Kinder (zwei und vier Jahre alt) einmal pro Woche in Chinesisch unterrichten, da er seine Kinder der Wirtschaft gerecht erziehen und bilden wollte.
Die Kinder machten aber ihren Unmut bei ihrer unschuldigen Lehrerin so breit, dass sich diese weigerte, diese Kinder weiter zu unterrichten. Manchmal korrigieren also auch schon Kleinkinder die Fehler ihrer übereifrigen Eltern.
Kinder müssen spielen! Sich mit anderen Altersgenossen austauschen, zusammen das Leben entdecken. Hier ist wichtig, dass man das Kind frei entfalten lässt, und es keineswegs von den Eltern in deren voreingenommenes Weltenbild zwängen lässt.

Politik und Integration

Eine Schulgemeinde muss heute viele Kulturen mit all deren Erziehungsmethoden und Mentalitäten vereinigen. Treten Probleme auf, müssen Lösungen gefunden und umgesetzt werden. Man ist auf die Kooperation aller Parteien angewiesen. Die Voraussetzung einer Basis für den erfolgreichen Dialog ist die gemeinsame Sprache. Welche auch wichtiger Faktor für die Chancengleichheit in einem schulischen Wettbewerb ist, bei der die soziale Gleichheit so ausgeglichen ist wie die auf der ganzen Welt. Dank gebärkräftigen Immigranten und Isolation derer sowie die Voreingenommenheit der hiesigen, zur Überalterung tendierenden Bevölkerung, dürfte das Thema weiterhin noch reichlich beschäftigen.

Dominik Rohner, "Rheintalische Volkszeitung", 4. September 2010