Raupen

Schlussfeier und Turnhalleneröffnung

Die traditionelle Schulschlussfeier wurde in diesem Jahr ausnahmsweise mit der Eröffnung der neuen Sporthalle Riet zusammengelegt.
Zusammen mit Gästen, Eltern und vielen Kindern – sie alle waren begeistert von der neuen Sporthalle – wurde die Eröffnung gefeiert. Schüler, Lehrer und Turner nahmen den neuen Ort sportlicher Ertüchtigung gleich in Besitz. Für die Verantwortlichen war es eine Freude, die vielen Kinder zu sehen, die «ihre» Halle bereits mit Leben füllten. Die Einsegnung nahmen Pfarrer Jakob Bösch und Pastoralassistent Knut Fiedler vor. Sie lieferten sich einen verbalen Wettkampf um die Berechtigung des Sports, Pfarrer Bösch sprach sich für, Knut Fiedler gegen die schweisstreibenden Tätigkeiten aus. Gemeinsam jedoch baten sie auch um das Geschenk, gesund zu sein, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit zu haben und sich als Team gegenseitig zu ergänzen. Ein ganz spezieller Tag war die Eröffnungsfeier auch für die Kindergärtler sowie die Zweit-, Viert- und Sechstklässler. Sie durften die Ersten sein, die ihren Schulschluss in der Halle feierten. «Eine Halle für alle», unter diesem Motto liessen sie ihrem Bewegungsdrang freien Lauf und machten dabei auf die vielen sportlichen Möglichkeiten aufmerksam, welche die neue Sporthalle zu bieten hat.

Schule in Bewegung

Schulratspräsident Reto Wambach kam die Ehre zu, die ersten Worte in der neuen Sporthalle zu sprechen. Gemeindepräsident Ernst Metzler hatte ihm den Vortritt gelassen. «Freude herrscht», passt auch zum heutigen Tag, zitierte Wambach alt Bundesrat Adolf Ogi. Unter anderem als Handballer sei er in diversen Hallen unterwegs gewesen, keine könne der neuen Sporthalle in Balgach das Wasser reichen. Schule bewegt, Schule ist Bewegung. «Ich glaube, dass Beweglichkeit im Denken nur stattfindet, wenn man auch im Tun und Handeln beweglich ist.» Doch nur die Wenigsten würden den Wert der Bewegung erkennen. Reto Wambach ist überzeugt, dass sich dies in 20 Jahren ändern wird. Ebenso überzeugt ist er, dass sich die Schule nochmals wandeln muss, angesichts der Menge an Lektionen, die auf die Schüler zukommt. «Wo bleibt da die Zeit für Bewegung?» In Bewegung bleiben sei eine Anforderung an die Zukunft, um Chancen überall wahrzunehmen. Symbolisch für den Weitblick, den man dazu braucht, nannte Reto Wambach die Kletterwand, die seiner Beharrlichkeit zu verdanken ist und ein neues Lernfeld ermöglicht. «Beim Klettern macht man sich miteinander auf den Weg, man beweist Ausdauer und geniesst von oben die Weitsicht.»

Fast alles, was das Herz begehrt

Für Gemeindepräsident Ernst Metzler ist mit der Sporthalle als Ergänzung zur Mehrzweckhalle ein alter Traum Wirklichkeit geworden. Was mit einem Stück Wiese beim ehemaligen Dreschstadel an der Rietstrasse begonnen hat, endet mit der neuen Sporthalle. Mit einem Stück roten Schlauches erinnerte Metzler daran, wie damals die Lage der 400-Meter-Strecke auf dieser Wiese markiert war. Fast genau alle 10 Jahre ist in den letzten 30 Jahren ein Meilenstein, sind weitere Ausbauschritte realisiert worden: Rundbahn, Hallenbad, Mehrzweckhalle, Sporthalle, Kinderspielplatz, Tennisplatz, Skaterplatz, Spielwiese – auf den Sportanlagen gibt es (fast) alles, was das Herz begehrt. Ernst Metzler bedankte sich unter anderem bei der Bürgerschaft, die dem Bau der Sporthalle an der Urne zugestimmt hatte. Dies zeuge von Weitsicht. «Turner, Schüler, Vereine, Behörden, Bürger, das ganze Dorf – alle haben Hoffnungen in den Sporthallen-Neubau gesetzt», so Metzler. «Es gilt nun, das grosszügige Raumangebot zu nutzen, um unsere Gemeinschaft in unserem Dorf noch intensiver zu pflegen, um sich besser kennen und verstehen zu lernen.» Ernst Metzlers ganz persönlicher Stolz ist die Energiezentrale, mit ihr ist das Minergie-Gebäude ein wegweisendes Vorbild. Die Wärmeenergie für die Sporthalle, das Hallenbad und die Hemag wird vorwiegend mit einheimischen Holzschnitzeln erzeugt.

Baukosten eingehalten

Für die Planung und Realisierung zeichnet Cristuzzi Architektur AG, Widnau, verantwortlich. Zusammen mit der Baukommission und den Fachplanern haben die Architekten versucht, den an die Halle gestellten Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden. «Wir sind überzeugt, dass die Halle für viele Jahre ihren Zweck erfüllen wird.» Damit die Halle termingerecht eröffnet werden konnte, mussten sich die Architekten, Ingenieure, Baufirmen und Handwerker sowie Zulieferer sputen. Mit Ausnahme verschiedener Spezialarbeiten wurden alle Aufträge von einheimischem und regionalem Gewerbe ausgeführt. Ende 2008 begann man mit der Detailplanung, im Mai 2009 war Spatenstich. Praktisch während der ganzen Bauzeit herrschten sehr schlechte Wetterverhältnisse. Rolf Cristuzzi hob dabei das Positive hervor: «Das Bewässern der frisch gepflanzten Sträucher und Bäume hat bis heute Petrus persönlich übernommen.» Positiv ist auch, dass die veranschlagten Baukosten von 10,7 Mio. Franken eingehalten werden konnten. Neben dem Dank, den Rolf Cristuzzi an alle am Bau Beteiligten richtete, übergab er Gemeindepräsident Metzler einen ganz besonderen Schlüssel. Diesen hatte er vom Metallkünstler Silvan Köppel anfertigen lassen. «Der Schlüssel soll seinen festen Platz bekommen und die Besucher der Sporthalle Riet immer an den heutigen Tag erinnern.»

Auch die Turner bewegen

Für den Turnverein Balgach ist ebenfalls ein Traum in Erfüllung gegangen. Zwei der fünf Darbietungen während der Eröffnungsfeier waren Hauptproben fürs Rüthner Turnfest. Heute werden sich die Gymnastikbühne Aktive und die Gerätekombination Aktive und Damenriege mit anderen Wettkampfteilnehmern messen. «Mit den Vorführungen haben wir gezeigt, dass sich nicht nur die Schule bewegt», schloss Beat Frischknecht, Präsident der Aktiv- und Jugendriege des STV Balgach, die Vorführungen, die an Turnfesten und diversen Anlässen bereits gezeigt wurden und sehr gute Noten erhielten, ab. Er hofft, zum Jugendturnfest am 18. September ein grosses Publikum begrüssen zu dürfen.

Angelika Rieger, "Rheintalische Volkszeitung", 25.Juni 2010